VIP-Dinner im Designerhotel

Prickelnder Erlebnisbericht

Die meisten (normalen) Paare verbringen den Samstagabend mit Freunden oder vor dem Fernseher. Einige aber treffen sich zu konspirativen und sehr pikanten Events, zum Beispiel zum erotischen Dinner in einem Designerhotel. 25 Augenweide-Paare waren dabei, eines davon schreibt von seinen Eindrücken und Erlebnissen.

Eine rotblonde Frau geht in der kleinen Stichstraße vor einem Hotel auf und ab. Lehnt sich an einen Stromkasten, greift nach ihrem Handy, tippt etwas ein. Das bin ich, wenige Minuten vor einem erotischen Abenteuer. In kurzen Abständen fahren Limousinen vor dem Designerhotel vor – die meisten sind silbern und ziemlich beeindruckend. Jetzt präsentiert sich ein dunkler BMW in der Sackgasse. Daraus steigen ein oliv uniformierter Militär und seine Lady. Die müssen wohl auch zu uns gehören, denn der Dresscode des Abends, der vor mir liegt, lautet „elegant, sexy und/oder Uniform“. Die Nächsten sind ein sympathisches Paar in den 40ern, er mit silbernem Haupthaar, Abendanzug und Fliege; sie brünett in einem sehr kurzen Schwarzen, Bolero-Jäckchen mit endlos hohen Pumps. 

Unter meinem Sommermantel trage ich ein Irma-La-Douce-Outfit, irgendwas zwischen sexy, schlampig und süß: ein sehr kurzes schwarzes Kleid über Halterlosen und mit einem Ausschnitt, der meinen roten Spitzen-BH halb freilegt. So stehe ich an der Straße, mit einem Mantel neutralisiert, und warte auf meinen Liebsten. Allein das Outfit fühlt sich so sündig an, wie ich mich später zu benehmen gedenke. Vielleicht jedenfalls. Ich gehe um die Ecke, damit mich keiner sieht. Wo bleibt er nur? Noch ein edles Silbergefährt biegt in die Straße ein, darin ein ganz normales Paar, das ich nicht zu meinem Abenteuer zuordnen würde. Aber sie ist derart elegant frisiert … und jetzt endlich kommt mein Galan, der Vielbeschäftigte, angebraust und erfüllt mit mir zusammen die Eintrittsvoraussetzung dieser ´Dinner Lounge Night´: ein Paar zu sein.

Sexstyles der Zukunft:

“Young Experimental Couples”, “Pleasure Parents” und “High Performer“ Was wir heute erleben, ist ein Edel-Event für einen erlesenen Kreis von Menschen, die sich samstagabends auf die etwas andere Art vergnügen. 25 Mitgliedspaare von augenweide.com, werden erst 3 Stunden lang dinnieren, philosophieren, taxieren … und dann, je nach Lust und Laune, paarweise, in Quartetten oder gar Sextetten in offene Suiten verschwinden. Der Zukunftsforscher Matthias Horx analysierte Ende 2007 für die Beate Uhse AG sieben kommende Sexstyles: Neben „überinformierten Einsteigern“, „Young Experimental Couples“, „Cool Cats“, „Pleasure Parents“, „Lover Ladies“ und „Sex Gourmets“ definierte er „High Performer“. Dazu zählen laut Horx ebenso hetero- wie bi- und homosexuelle Paare und Singles im Alter von etwa 30 bis Ende 50 Jahren. Sex und Sexappeal seien für sie Ausdruck ihres Lifestyles und haben eine wichtige Funktion für ihr Selbstbild sowie ihre Außendarstellung. Horx beschreibt weiter: „Ein ‚buntes’ Sexleben ist ein wichtiger Bestandteil ihres Freizeit- und Konsumverhaltens. Auf der Suche nach mehr und besserem Sex sind sie in Sexshops, Table-Dance-Bars, erotischen Kunstausstellungen und Swinger-Clubs anzutreffen, aber auch auf den einschlägigen Internet-Seiten.“ Gut zu wissen, zu welcher Gruppe wir gehören. Außerdem identifiziere ich „Pleasure Parents“ zwischen 30 und 45, die sich bewusst Auszeiten wie diese für ihr Liebesleben nehmen, und auch einige innovationslustige „Young Experimental Couples“ in der Altersklasse zwischen 20 und 30.

Diskretion ist Ehrensache im Designerhotel

Für den uniformierten Admiral bei der Eingangskontrolle sind wir heute ausschliesslich mit unseren Pseudonymen (Paarnamen) unterwegs – denn Diskretion ist Ehrensache bei erotischer Grenzüberschreitung. Wir erreichen den Loft des Hotels, in dem das pikante Dinner stattfinden wird: Ein Viertel des puristisch durchgestylten Raums wird links von einer Kaminecke eingenommen. Ganz rechts verspricht ein weißer Designer-Küchenblock kulinarische Genüsse der Oberklasse, die ein Live-Koch kredenzen wird. Rechts hinten und geradeaus warten 25 Gedecke verteilt auf 2 große Eichenholz-Tafeln auf ihre Paare. Thilo schiebt mich sanft in den Wintergarten für Raucher. Wir haben schon einige gute und weniger gute Erfahrungen in erotischer Richtung gemacht. Von heute verspreche ich mir eine subtile Art von Erotik, die sich über das gemeinsame Essen aufbaut und fließen kann. „Wir möchten mit diesem VIP-Event eine gehobene Alternative zu unseren anderen erotischen Partys und zum Swingerclubbesuch anbieten. Für viele Paare ist dort alles zu direkt. Sie mögen eher dezente Erotik und möchten gerne stilvoll unter sich bleiben.“, erklärt mir Markus, der Veranstalter dieser VIP-Version der Party Pikant für die gehobene Klientel, als wir ins Gespräch kommen.

Sexy Outfits: Geschmackssache

Thilo gibt sich mir gegenüber als vollendeter Gentleman und scheint kaum jemand abzuchecken. Im Gegensatz zu mir, denn ich lasse meine Augen schweifen. Bei den Männern ist mein attraktiver Begleiter konkurrenzlos an der Spitze, was ich bedauere. Männer unserer Kultur haben nicht gelernt, sich als Sexobjekt in Szene zu setzen. Kein Mann zeigt Muskeln, sie tragen Abendgarderobe oder Uniformen, wobei mir der sexuelle Reiz letzterer ein Rätsel ist. Alles kultivierte, sympathische Männer – keine Frage. Aber mir fehlen optische Reize wie muskulöse Unterarme, nackte Männerschultern, trainierte Bäuche, mit dünnem Stoff betonte Knackpopos statt Anzugstoff über allem, was an einem Mann meine Instinkte wecken könnte. Ganz anders die Frauen: Wie befürchtet sind es wahnsinnig elegante, schlanke Geschöpfe in sehr knappen Outfits. Mit meinen 2,5 Kilo zuviel muss ich kurz um Selbstbewusstsein ringen. Aber genau diese Kurven machen einen Teil meines Sexappeals aus – und das spüre ich auch heute. Wir sind schnell im Gespräch mit einem Paar und finden unseren Platz zum Dinner neben und gegenüber der elegant frisierten Dame und ihrem Mann. Jetzt folgen italienische Vorspeisen, eine Meeresfrüchtecremesuppe, Garnelen, Dessert …Pianomusik….Dolce Vita. Mit der Tischnachbarin links tausche ich Erfahrungen aus, wir sind uns völlig einig, dass wir als Frau absichtslose, fließende, unverbindliche Erotik bevorzugen. Schon der bewusste Weg in die Suiten ist uns in der Vorstellung fast zuviel. Für uns müsste alles absichtslos verspielt ablaufen. Thilo amüsiert sich derweil verbal mit der Gespielin des Militärs. Und trotz dieser und vielfältiger anderer Reize wie einem Lackkleidchen mit Rehaugen und langen braunen Haaren schafft er es, mir die ganze Zeit das Gefühl zu geben, seine Nummer 1 zu sein – und dafür liebe ich ihn heute Abend. Vielleicht suchen wir beide deshalb diese Grenzerfahrung: „Unser Abenteuer“ schafft ein Wir, das uns manchmal im Alltag verloren geht. Wir sind wach, sehr aufmerksam für die Bedürfnisse des anderen und sehr bemüht, uns gegenseitig im Rahmen des emotional Möglichen Fantasien zu verwirklichen.

Thilo möchte mich mit einer anderen Frau sehen. Ich bin Voyeurin und will einfach überhaupt Menschen in Dessous und beim Sex zusehen. Die schön frisierte Dame mir gegenüber ist Mara mit ihrem Freund Peter, sie ist hinreißend in ein langes Kleid gekleidet, bei dem einem die C-Cup-Brüste über den Bügeln frei entgegenragen. Also gehen wir nach dem Dessert zu viert unverbindlich die Suiten ansehen.

Pikantes Dessert in den Separées

Drei moderne Designer-Doppelzimmer bieten den Rahmen für frivole Spiele aller Art. Überall sind Kondome dekoriert, denn neben Diskretion und Gepflegtheit ist Sicherheit Ehrensache. Wir drehen eine Runde, fühlen uns ein wenig als Störer in den anderen Räumen und entscheiden uns für den leeren. Und da beginnt ein aufregendes Spiel, das startet wie verlegenes Teenager-Knutschen zweier Pärchen, die heimlich zu den anderen schielen, und das nackt auf dem Bett nebeneinander endet. Gegen andere Männer bin ich in Thilos Nähe immun, aber ich lasse meine Hände über Maras Brüste wandern und probiere ihre weichen Lippen. Wir genießen uns und gönnen den beiden Männern die Realität der Fantasie, von der sie träumen. Ich, die oft von Eifersucht Geplagte, spüre sie keinen Moment, weil Thilo immer wieder Blickkontakt hält, mich küsst und es uns einfach nicht erlaubt, uns gegenseitig zu verlieren. Er weiß, wie er mit mir umgehen muss, und entspannt mich mit seiner Fingerfertigkeit. Nach und nach füllt sich der Raum leise mit anderen Paaren. Gesehen zu werden gibt mir einen neuen Kick, selber zu sehen, was diese Paare miteinander machen, ist das, wovon ich schon immer geträumt habe. Und so endet der Abend traumhaft erst eineinhalb Stunden später am Kamin mit einem Drink.

Erotikabenteuer als Paar? Mit Achtsamkeit kann es gelingen

Erotische Abenteuer sind auch für Paare salonfähig geworden. Und sie sind nicht nur das, was laut Klischees in ländlichen Swingerclubs auf Ballermann-Niveau abgeht. Teile der Gesellschaft treffen sich in kleinen, feinen und diskreten Kreisen, wie wir. Lebendige Paare, die noch lange zusammenbleiben wollen und deshalb aktiv etwas für ihre Erotik tun – denn auch das ist Beziehungsarbeit. Das geht nur, wenn beide es wollen. Und es geht dabei gar nicht um Orgien und Grenzüberschreitung. Im Gegenteil: “In der Szene herrschen klare Grenzen.“ erklärt mir der Veranstalter: „Ein Nein wird immer als Nein akzeptiert.“. Für viele Paare geht es um „sehen und gesehen werden“, darum, das heimische Schlafzimmer mit einem sündigen Ambiente zu vertauschen und darum, außer dem Partner weiteres Publikum für ein heißes Erotikoutfit zu finden. Was auch in einer Orgie enden kann. Es geht um Fantasie. Für mich und Thilo als visuelle Wesen sind es vor allem die erotischen Szenen, die uns optisch befriedigen. Augenweiden eben.

» Link-Tipps für aussergewöhnliche VIP-Events in Köln:

Agentur-Lust: Erotische Träume (er)leben, zum Beispiel mit "Dinner & Play", dem stilvollen Event der anderen Art in Köln.

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